Du liebst deinen Beruf.
In deiner Vision wolltest mit deiner Ergotherapiepraxis einen Ort schaffen, an dem Menschen wachsen können – Klient:innen genauso wie Mitarbeitende. Und jetzt?
Nun bist müde. Nicht nur „etwas erschöpft“, sondern tief erschöpft und traurig und manchmal einfach frustriert.
Der Kopf ist voll, der Kalender überfüllt, und selbst nach Feierabend läuft die Praxis weiter – in Gedanken, im Bauch, im schlechten Gewissen.
Wenn du dich hier wiedererkennst, bist du nicht allein.
Zwischen Therapeutin, Chefin und Mädchen für Alles
Viele Praxisinhaberinnen in Heilmittelberufen stehen unter einem enormen Druck:
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Fachlich alles richtig machen
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Mitarbeitende begleiten, auffangen, motivieren, fördern
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Klient:innen gerecht werden
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Bürokratie, QM, Abrechnung, Wirtschaftlichkeit im Blick behalten
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Und am besten immer freundlich, verständnisvoll und lösungsorientiert bleiben
Hinzu kommt ein innerer Antreiber, den viele meiner Klientinnen sehr gut kennen:
„Ich muss es allen recht machen.“
Dieser Antreiber macht dich zu einer empathischen Therapeutin und zu einer wohlwollenden Chefin und gleichzeitig ist er Grund für deine Erschöpfung.
Theorie: Innere Antreiber – Herkunft, Wirkung und Bedeutung
Ursprung der inneren Antreiber
Das Konzept der inneren Antreiber stammt aus der Transaktionsanalyse (TA), einer psychologischen Theorie, die u. a. von Eric Berne begründet wurde.
Die Antreiber wurden später insbesondere durch Taibi Kahler weiterentwickelt.
Innere Antreiber sind verinnerlichte Verhaltensregeln, die meist in der Kindheit entstehen.
Sie dienen dazu, Anerkennung, Sicherheit und Zugehörigkeit zu erhalten.
Vereinfacht gesagt lautet die innere Botschaft:“ Nur wenn ich mich so verhalte, bin ich anerkannt und gemocht.“
Insgesamt gibt es 5 starke Antreiber, die sehr unterschiedlich stark vorkommen, einer der dafür verantwortlich ist, dass wir immer wieder über unsere Grenzen gehen ist der Antreiber: „Mach es allen recht.“
Wenn der innere Antreiber keine Pause kennt
Der Wunsch, es allen recht zu machen, zeigt, wie verantwortungsvoll du bist.
Doch in der Praxis führt er häufig zu:
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fehlender Abgrenzung
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Übernahme von Aufgaben, die eigentlich delegierbar wären
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schlechtem Gewissen bei klaren Entscheidungen
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Dauerstress und innerer Unruhe
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dem Gefühl, nie genug zu sein – egal wie viel du leistest
Viele Chefinnen merken erst spät, dass sie funktionieren statt führen.
Erschöpfung ist kein persönliches Versagen
Als Coach, Qualitätsbeauftragte und Fachwirtin begleite ich seit Jahren Praxisinhaberinnen – und der Wunsch es allen recht zu machen begegnet mir immer wieder. Vielleicht ist es sogar der Grund warum du im Heilmittelberuf gelandet bist. Aber um langfristig gesund zu bleiben darfst du deinen inneren Antreiber in seine Schranken weisen.
👉 Deine Erschöpfung ist kein Zeichen von Schwäche.
Sie ist ein Hinweis darauf, dass du zu lange über deine eigenen Grenzen gegangen bist – oft aus Verantwortung, Loyalität und Herzblut.
Das Problem ist selten die einzelne Baustelle.
Es ist die Summe aus fachlichen, organisatorischen und inneren Themen, die dich auslaugt.
Was sich verändern darf
Nachhaltige Entlastung entsteht nicht durch „noch besseres Zeitmanagement“.
Sondern durch Klarheit auf mehreren Ebenen:
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Rollenklärung: Wer bist du gerade – Therapeutin, Chefin, Organisatorin?
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Strukturen: Welche Prozesse tragen dich – und welche kosten unnötig Energie?
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Qualität mit Augenmaß: QM als Unterstützung, nicht als zusätzlicher Druck
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Innere Arbeit: Den Antreiber verstehen und lernen, ihn bewusst zu steuern
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Führung: Authentisch, souverän und ohne dich selbst zu verlieren
Du darfst wieder Luft holen
Du musst nicht erst zusammenbrechen, um etwas zu verändern.
>Du darfst früher hinschauen.
Und du darfst dir Unterstützung holen – ohne schlechtes Gewissen.
Meine Arbeit richtet sich an Praxisinhaberinnen aus Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, die fachlich kompetent sind, viel Verantwortung tragen und spüren:
„So wie es gerade läuft, kann es nicht dauerhaft weitergehen.“
Wenn du wieder mehr Klarheit, Leichtigkeit und Führungssicherheit in deinen Praxisalltag bringen möchtest, bist du genau auf dem richtigen Weg dir deine Kraft wieder zu holen. Denn Führung beginnt mit Selbstführung.
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